FREDI BREUNIG

Fredis Glosse

Dicke Luft und lange Rollen (Hochdeutsch)

10.03.2026

So, gewählt haben wir endlich. Gott sei Dank! Über die Ergebnisse sollen sich andere auslassen. Ich bin froh, dass mich beim Spazierengehen und Autofahren jetzt nichts mehr so viel staatstragend und huldvoll blickende Kandidaten angucken und um meine Stimme anflehen. Kommunalwahlen sind ja wirklich eine Riesensache – zumindest was die Größe der Stimmzettel anbelangt! Der für den Kreistag – ich habe nachgemessen – misst sagenhafte 98 x 68 cm. Das ist eine Fläche von 0,67 Quadratmetern. Bei 47.000 Wahlberechtigten bei uns im Landkreis ergibt das ausgebreitet eine Fläche von exakt 31.490 Quadratmetern. Das entspricht 63 Bauplätzen zu je 500 qm oder 5 Fußballplätzen! Ja, so ist das. Alles wird statistisch ausgeschlachtet und ausgewertet. Jetzt habe ich ja wahrlich nichts gegen die Rechnerei und Auswertungen, aber eine Meldung von neulich hat mich doch etwas staunen lassen. Ein blödes Thema, aber wir müssen uns damit befassen. Es geht um das, was jeden von uns jeden Tag drückt und plagt, und wie mir jetzt klar geworden ist, macht die Statistik und die moderne Technik auch davor nicht halt. Die Überschrift besagter Zeitungsmeldung war: „Smarte Unterhose misst die Pups-Frequenz - Wie oft hat der Mensch täglich Blähungen?“ Eine neue US-Studie hätte angeblich zum ersten Mal überhaupt genaue Eindrücke und überraschende Zahlen geliefert – dank einer „smarten Unterwäsche“. Das Wörtchen „smart“ stammt (wen wundert’s?) aus dem Englischen und bedeutet eigentlich „intelligent“, „clever“ oder „geschickt“. Wenn es um moderne Technologie geht, meint „smart“ aber wörtlich und genau genommen, dass ein Gegenstand über die folgenden drei Kernfähigkeiten verfügt: selbstlernend, vernetzt und reaktionsfähig. Und das jetzt im Zusammenhang mit einer „smarten“ Unterhose (ich zitiere): „Ein kleines Gerät, das an einer normalen Unterhose befestigt wird, misst mithilfe eines Sensors präzise die Gasabgänge im Alltag.“ So weit, so gut. Das Ergebnis der Studie an 19 Leuten hat gezeigt: Gesunde Erwachsene produzieren im Schnitt 32 Gasabgänge pro Tag – grob doppelt so viele, wie bis jetzt in der Fachliteratur angenommen wurde. Hätte man das gedacht? Alles Statistik – aber doch bedenklich. 32 Gasabgänge (auf gut Deutsch: Pfürz!) jeden Tag sind 1,33 pro Stunde. Wenn du da mit 200 Leuten drei Stunden lang in einer Veranstaltung sitzt, lautet die Rechnung: 200 Leute x 1,33 = 266 x 3 = 798 Abgänge. In einem geschlossenen Raum. Prost Mahlzeit! Und eine weitere Statistik in verwandtem Zusammenhang, die mich auch staunen ließ: Jeder von uns verbraucht pro Jahr 12 kg Klopapier pro Kopf. Nichts gegen die 12 kg. Das lasse ich mir ja noch eingehen. Aber „pro Kopf“? Verstehe ich irgendwie nicht ... Servus, der Eustach.


<< zurück