FREDI BREUNIG

Fredis Glosse

Begegnungen und Symbolhandlungen

31.08.2021
Je nachdem, wie lange es nach der Bundestagswahl am 26. September dauert, bis wir eine neue Regierung haben, sind die Tage von unser aller Angela als Bundeskanzlerin unweigerlich gezählt. Sie ist jetzt auf Tour und sucht noch einmal die Begegnung mit den Staatsfrauen und -männern der ganzen Welt, um sich zu verabschieden. Apropos Begegnungen. Wen ich derzeit jeden Tag alle paar Meter begegne, ist Dorothee Bär. Und es nervt! Egal, ob es draußen Bindfäden regnet, ist daheim nichts Gescheites zu essen gab oder man gerade zu einer Darmspiegelung oder sonst etwas Blödem fahren muss: sie lacht! Sabine Dittmar lächelt, aber sie ist die, die lacht. Die lacht, die immer lacht, die immer lacht, die immer lacht. Das Lied, ihr wisst schon. Aber gut, spätestens am 27. September können wir befreit, widerwärtig und ohne Wahlplakate durch die Gegend fahren. „Begegnungen“ ist sowieso ein Wort, das meinem Empfinden nach fröhliche Urständ‘ feiert. Begegnungen hinten und vorne und rauf und runter. Im Pfarrbrief: „Um 19 Uhr feiern wir die heilige Messe, anschließend findet eine Begegnung statt.“ Heißt auf gut Deutsch: nach der Kirche saufen wir noch einen. Zurück zu Angela Merkel und ihrer Abschiedstournee. Neulich war sie ja bei Wladimir Putin in Moskau und bei so einem Besuch sind sogenannte Symbolhandlungen unverzichtbar. Was sind Symbolhandlungen? Das erste Spargelstechen mit der Landwirtschaftsministerin, die erste Weinlese mit der Weinkönigin oder deie berühmt-berüchtigten Spatenstiche (mit schönen gelben Helmen!), wenn eine Baustelle eröffnet wird. Gearbeitet wird bei all diesen aufgezählten Anlässen so gut wie nichts, es wird nur so getan als ob und damit man halt ein schönes Foto für die Zeitung bekommt. Und die Symbolhandlung schlechthin, die mir immer wieder auffällt und die sich schon tausendmal wiederholt hat? Ich beschreibe es euch. Ein Kranz wird von einem Prominenten niedergelegt, so wie neulich von Angela Merkel in Moskau. So weit, so gut. Wie jedes Mal, wenn so ein Kranz niedergelegt wird (meistens liegt er ja schon dort), geht die prominente Person hin und muss die Schleifen mit dem Text noch einmal richten. Gut, oft geht der Wind. Aber warum bringen es die Protokoller nicht fertig, die Schleife so schön und ordentlich für ihre Chefs hinzurichten, dass die nicht jedes Mal noch einmal nach richten müssen. Schlamper! Servus, der Eustach.

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