FREDI BREUNIG

Fredis Glosse

Das Geheimnis langjÀhriger Ehen (Hochdeutsch)

17.06.2025
Weil neulich in der Main-Post wieder einmal ein Bericht „Das Geheimnis einer langjährigen Ehe“ stand, stelle ich jetzt einfach einmal eine Behauptung auf: so viele langjährigen Ehejubiläen, also Goldene, Diamantene, Eiserne oder gar Gnadenhochzeit, wie derzeit, hat es früher nicht gegeben - und wird es zukünftig schon mal gar nicht mehr geben. Früher hätten die Ehren zwar lange gehalten, aber meistens ist einer von den beiden (oder beide) vor dem Jubiläum gestorben. Stichwort Lebenserwartung früher und heute. Zukünftig gibt es aus vielen anderen Gründen deutlich weniger der aufgezählten Jubiläen und die Gründe dafür liegen auf der Hand. Der Reihe nach. Eine ganz wichtige Voraussetzung für eine langjährige Ehe ist zunächst einmal, überhaupt zu heiraten. Logisch, aber machen heute ja viele schon gar nicht mehr und damit sind sie von vorneherein aus dem Rennen. Und wenn man heiratet, sollte man das möglichst früh tun. Wenn Braut und/oder Bräutigam schon um die vierzig sind, wird wird es ja selbst mit der Goldenen Hochzeit schon knapp, Lebenserwartung hin oder her. Also, möglichst jung heiraten, dann die die ersten - sagen wir einmal sieben (das verflixte!) bis fünfzehn Jahre überstehen - und dann halt zusammen möglichst alt werden. Das mit dem zusammen möglichst alt werden ist da ja noch das einfachste. Jung geheiratet wird immer weniger und die erste Zeit durchzuhalten, ist heutzutage deutlich seltener. Die Eheleute von heute, die so in den siebziger-/achtziger Jahren geheiratet haben, haben beste Chancen, eines der oben genannten Ehejubiläen feiern zu können. Ja, das Heiraten. Wie in vielen anderen Bereichen hat sich auch da viel geändert. Der Polterabend zum Beispiel. Früher am Freitagabend, bevor es am Samstagfrüh gleich in die Kirche ging. Neunzig Prozent aller Ehen, die unter solchen Voraussetzungen geschlossen wurden, gehören im Nachhinein annulliert! Warum? Weil der Mann vor lauterer Rausch doch gar nicht gewusst hat, was er da macht! Oder die Spiele, die abends immer gemacht wurden. Die Braut hat ihren Strauß rückwärts geworfen und wer von den hinter ihr versammelten Jungfrauen ihn fing, heiratet als nächste. So die Annahme. Ich war neulich bei einem über neunzigjährigen Mann auf der Beerdigung, hatte einen Strauß Blumen dabei und dachte: soll ich??? Nein, lieber nicht. Hätte falsch verstanden werden können. Servus, der Eustach.

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